Kinderleicht

Wo kommen die Einnahmen her?

Es wäre wunderbar, wenn es Geld regnen würde, dann müsste ich mir um die Einnahmen unseres Landeshaushaltes keine Gedanken machen, könnte ein fröhliches Liedchen trällern und so nebenbei den Geldkoffer füllen. Aber leider leben wir nicht im Schlaraffenland, wo einem die gebratenen Tauben einfach in den Mund fliegen.

Niemand zahlt gern Steuern – aber sie sind wichtig

Markov-Karrikatur pfeifend© Sophie WeckesserDas Wort „Steuer“ habt Ihr in Eurer Familie oder Eurem Bekanntenkreis bestimmt schon gehört, und ich wette, nicht gerade freundlich. Denn Steuern sind Gelder, die der Staat von den Bürgerinnen und Bürger holt, um Einnahmen zu erzielen. Da ist es erstmal kein Wunder, dass niemand gerne Steuern zahlt. Aber Aufgaben wie zum Beispiel soziale Sicherung, Verkehr, Bildung können nur alle Bürger gemeinsam lösen, deshalb ist der Staat auf die Gelder der Bürger angewiesen, weil diese Aufgaben sonst nicht erfüllt werden können.

Es ist egal, ob Ihr im Internet eine CD bestellt, im Supermarkt Lebensmittel einkauft oder um die Ecke einen Döner esst. Wenn Ihr zahlt, bekommt der Staat immer einen Teil davon ab, das ist die Umsatzsteuer. Steuern sind die wichtigste Einnahmequelle des Staates.

 

Viele, verschiedene Steuerarten

Mädchen denkt nach© Ramona Heim/www.fotolia.de

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe verschiedener Steuerarten. Gehört habt Ihr vielleicht schon von der Lohnsteuer. Dabei geben Eure Eltern einen Teil ihres Lohnes an den Staat ab. Oder von der Energiesteuer, die jedes Mal anfällt, wenn Eure Eltern das Auto betanken. Wer einen Hund hat, weiß, dass in Städten und Gemeinden Hundesteuer zu zahlen ist. Dass es auch eine Alkopopsteuer, eine Kaffeesteuer oder eine Biersteuer gibt, vermutet Ihr aber sicher nicht.

Das ist nicht weiter schlimm, denn der größte Teil der Staatseinnahmen kommt aus der Umsatzsteuer und der Lohnsteuer.

Sorry, wenn ich Euch langweile, aber ich muss noch ein wenig bei den Steuereinnahmen bleiben, denn diese gehören Brandenburg nicht allein. Schade natürlich, aber die Aufteilung der Steuern ist klar geregelt. Das hat auch mit den Aufgaben zu tun, für die Bund, Länder und Gemeinden verantwortlich sind. Manche Steuern gehören ausschließlich dem Bund, manche nur den Ländern und manche den Gemeinden. Darüber hinaus gibt es auch noch die Gemeinschaftssteuern, die nach einem festen Schlüssel auf Bund, Länder und Gemeinden verteilt werden. Dazu zählen vor allem die Lohnsteuer und Umsatzsteuer.

Das Grundgesetz bestimmt ganz genau, welche Steuern Bund und Länder erheben dürfen, wie die Einnahmen auf Bund, Länder und Gemeinden aufzuteilen und wie Unterschiede im Steueraufkommen zwischen „reicheren“ und „ärmeren“ Bundesländern auszugleichen sind. Von dieser Aufteilung profitiert auch Brandenburg.

Einnahmen und Ausgaben schwanken

Markov-Karrikatur am Tisch© Sophie Weckesser

Beim Taschengeld bekommt Ihr in der Regel Monat für Monat den gleichen Betrag. Ihr könnt also Eure Ausgaben recht gut planen.

Leider bin ich als Finanzminister nicht in dieser komfortablen Lage. Die Höhe der Steuereinnahmen ist nämlich nicht gleich, sondern schwankt von Jahr zu Jahr. Wie viel Steuern eingenommen werden, hängt von zahlreichen Faktoren ab, vor allem von der wirtschaftlichen Lage. Ist diese gut, sprudeln die Steuerquellen. Ist sie schlecht, sinken die Steuereinnahmen.

So hat zum Beispiel die weltweite Finanzkrise dazu geführt, dass mehr Menschen ihre Arbeit verloren haben. Wer aber keine Arbeit hat, bekommt auch keinen Lohn und zahlt damit auch keine Lohnsteuer. Dazu kommt, dass die Leute weniger einkaufen, wenn sie weniger Geld zur Verfügung haben. Damit sinkt auch die Umsatzsteuer. Und wenn Unternehmen weniger Aufträge bekommen, reduzieren sich auch die Unternehmenssteuern.

2009 hat Deutschland beispielsweise deutlich weniger Steuern eingenommen als im Vorjahr vor dem Ausbruch der Finanzkrise. Und gleichzeitig musste der Staat – trotz geringerer Einnahmen – seine Ausgaben erhöhen, um Menschen ohne Arbeit mit Arbeitslosengeld und weiteren sozialen Leistungen zu unterstützen. Außerdem griff er den Banken und der Wirtschaft finanziell unter die Arme, um im Interesse von uns allen schlimmere Auswirkungen der Finanzkrise zu verhindern. Das war auch eine jener Situationen, in der sich die Bundesrepublik Geld leihen musste und neue Schulden machte, weil sie nicht anders konnte.

Und woher weiß ich, wie viel Geld mir im nächsten Jahr zur Verfügung stehen wird,
das ich für unsere Ausgaben einplanen kann, erfahrt Ihr hier?
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